Wie alles begann - Chronik der Pappmule

1972 ist das Gründungsjahr der „Pappmule". Dies erscheint logisch, denn sonst könnte man nicht im Jahr 2005 das 33jährige Bestehen der Gruppe feiern. Doch nur noch wenige Eingeweihte wissen, wie es mit den „Pappmule" eigentlich begann.

Es geschah im besagten Jahr auf der Geburtstagsfeier von Margret Knipprath, dass sich die dort versammelten Damen spontan entschlossen, eine Tanzgruppe zu gründen. Bei den Männern in der KG Böse Buben Birgel wurde dieser Entschluss skeptisch oder gar mit Belustigung aufgenommen. „Diese Gruppe besteht höchstens ein Jahr!", war damals eine oft zu hörende Bemerkung. Umso erstaunlicher ist es, dass die „Pappmule" in diesem Jahr ihr Jubiläum feiern können.

Der erste öffentliche Auftritt erfolgte bereits im November 1972 in der Gaststätte Balter in Berzbuir. Obwohl noch keine Kostüme fertig waren, wurde der Auftritt ein großer Erfolg. Geprobt für die Auftritte wurde in den Räumlichkeiten der Schreinerei Decker. Heinz Decker war damals Präsident der KG Böse Buben Birgel und stellte den „Pappmule" seine Werkstatt zum Training zur Verfügung. Jahrelang wurde dort zwischen Holz und Sägespänen das Tanzbein geschwungen, und vor den Karneval­sumzügen traf man sich in der geschmückten Werkstatt, wo dann „Mutter Katrein" eine herrlich schmeckende Erbsensuppe auftischte.

Als erster Trainer wurde Hans Jansen, der von allen nur „Daddy" genannt wurde, verpflichtet. Ihm folgten Brigitte Heugel und Ellen Kielbrock. Mit dem Showtanz unter dem Motto „E Viva Espana" auf der Prunksitzung der KG Böse Buben Birgel kam dann der endgültige Durchbruch.


Hitparade

Anlässlich eines  Kamerad-schaftsabends der Gesellschaft in der Gaststätte Röske wurde die Parodie auf die Hitparade ins Leben gerufen. Fee Zander moderierte als Dieter Thomas Heck und führte durch das Programm, in dem die „Pappmule" aktu­elle Hits pantomimisch zum Besten gaben. Die Hitparade kam so gut an, dass sie jahrelang fester Bestandteil im Programm der „Pappmule" wurde. Mit dieser Num­mer trat man sogar in der Stadthalle in Düren auf.

 

REquisiten

Die Requisiten spielten bei der Hitparade eine wichtige Rolle. Zu jedem Schlager wurde ein für den Sänger oder für die Sängerin typisches Utensil angefertigt. Ob Ba­dewanne, Laterne, Schlauchboot, Fußballtor oder Kinderwagen, alle Requisiten mussten bei auswärtigen Auftritten mitgenommen werden. Hannelore Wunsch chauf­fierte all diese wertvollen Gegenstände mit dem Firmentransporter durch Eis und Schnee bis hoch in die Eifel, und oft bestand die Gefahr, nicht rechtzeitig zu den Auftritten zu erscheinen. Doch konnte diese Gefahr immer wieder in letzter Minute gebannt werden. Manchmal wurde das Repertoire durch Auftritte der männlichen Bekannt oder Verwandtschaft bereichert und ergänzt.

 

 

Gäste

Zu den „Gästen" in der Hitpa­rade gehörten: Theo Kurth, Jürgen Felske, Hartmut Knipprath, Wilfried De Capitani, Dieter Wunsch, Hans-Peter Kley und Heiner Trappe.

 

Seit Anfang der achtziger Jahre trainieren die „Pappmule" in der Turnhalle in Birgel. Jeweils am Montagabend trifft sich die Gruppe dort. Besonders lustig ging es immer in der Weihnachtszeit zu, wenn Fee Zander als Nikolaus erschien und den „Papp­mule" die Leviten las.

Seit vielen Jahren sind die „Pappmule" fester Bestandteil im Birgeler Karneval. Ihre tänzerischen Darbietungen zählen jedes Jahr zu den Höhepunkten der Prunksitzun­gen der KG Böse Buben Birgel und dem, was der Birgeler Karneval überhaupt zu bieten hat. Auch bei auswärtigen Auftritten kann die Gruppe große Erfolge verzeich­nen.

 


Die älteste „Pappmul" war bei ihrer Aufnahme bereits 65 Jahre alt, aber sie hat den­noch einige Jahre mitgetanzt. Inzwischen sind die Gründerinnen älter geworden und haben sich zur Ruhe gesetzt. Martina Breuer ist die einzige Mitbegründerin der „Pappmule", die bis zum heutigen Tag noch aktiv ist. Eine wahrhaft tolle Leis­tung!

 

Die Gründerinnen in alphabetischer Reihenfolge:

 

Gabriele Barthels, Martina Breuer, Annesibille Greven, Sibille Hansen, Agnes Jung-herz, Margret Knipprath, Gabi Lampe, Maria Mauel, Waltraud Müller, Waltraud Olef, Anneliese Paschke, Mary Schleicher, Beate Schmitz, Lena Schmitz, Karin Unter­keller, Hannelore Wunsch, Fee Zander.

Wie schon erwähnt wurden die „Pappmule" über viele Jahre hinweg von Fee Zander trainiert. Sie war über eine lange Zeit „Hirn und Herz" der Gruppe. Aber auch sie setzte sich altersbedingt zur Ruhe. Als Trainerin folgte ihr Birgit Kley, die sich auch als Trainerin der Kinder- und Juniorengarde der KG Böse Buben Birgel engagierte. Seit nunmehr sechs Jahren trainiert Wencke Sodar die „Pappmule" mit großem Er­folg.

 

Um als Gruppe ein 33jähriges Jubiläum feiern zu können, bedarf es der ständigen Verjüngung. So sind bis auf Martina Breuer alle Gründerinnen nicht mehr aktiv dabei. Ihnen folgten als „zweite Generation" viele Töchter und Schwiegertöchter sowie deren Freundinnen und Bekannte. Aber auch diese Genera­tion ist nun schon viele Jahre dabei und einige tragen sich schon mit dem Gedanken, ihre Tanzstiefel an den berühmten Nagel zu hängen. Und für diese Zeit ist bestens vorgesorgt. Gerade in den letzten beiden Jahren gelang es den „Pappmule”, junge Frauen, teilweise wieder aus der eigenen Verwandtschaft, für die Mitgliedschaft zu gewinnen. So kann man mit Fug und Recht behaupten, dass nun schon die dritte Generation aktiv dabei ist.

Es ist und bleibt immer ein zentrales Anliegen der „Pappmule", die Geselligkeit zu pflegen und „Spaß an der Freud" zu haben. Dies kommt auch durch viele Aktivitäten während des ganzen Jahres zum Ausdruck. Gemeinsame Ausflüge tragen dazu bei, dass die Gruppe viel Spaß untereinander hat.

 

 

Auch trainiert wird das ganze Jahr über. Nur in den Sommerferien wird eine Pause eingelegt. Sobald die Karnevalszeit vorbei ist, werden Motiv, Kostüme und Musik für das nächste Jahr ausgewählt. Und dann geht es wieder mit großem Eifer ans Werk. Wenn dann im Winter die nächste Karnevalssession beginnt, sind die „Pappmule" mit ihrem neuen Programm längst fertig und bereit, sich erneut ins Getümmel zu stürzen.

 

Alle „Pappmule" hoffen, dass sie noch viele schöne Jahre zusammenbleiben und dass sie ihrem Publikum mit ihren Tänzen und Auftritten noch viel Freude bereiten werden.

 

    Die Griechische Verlobung !

 

Am 13. Januar 2003 erreichte ein Brief unseren 1. Vorsitzenden Helmut Zilles aus Groß-Zimmern (Südhessen). Herr loannis Tsintsaris und Frau Dr. Gertrud Walter schrieben darin:

 

Sehr geehrter Herr Zilles,

 

für den spontanen Auftritt Ihrer Truppe bei der griechischen Verlobung am 11.01.2003 in Düren möchten wir uns ganz herzlich bei allen Beteiligten bedanken. Es war eine lustige und schöne Überraschungseinlage. Leider waren die Tänzerinnen unter Zeitdruck und wir hatten keine Möglichkeit mehr, uns per­sönlich erkenntlich zu zeigen. Wir haben deshalb diesem Schreiben eine kleine Anerkennung für die Vereins-kasse beigelegt und wünschen Ihnen und Ihren Leuten alles Gute und eine schöne Karnevalssession.   

 

Nun, was war geschehen? Was hatte zu diesem Brief und einem beigelegten 50 € Schein für die „Pappmule" geführt? 
Die KG Böse Buben Birgel und die „Pappmule" stellten an jenem 11. Januar die Be­gleitung für den Dürener Prinzen. Eigentlich sollten die „Pappmule" auftreten, doch war ein Abspielen der Musik nicht möglich, da vor Ort nur ein antiquiertes Bandgerät zur Verfügung stand. Von einem CD-Player hatte der Veranstalter noch nichts ge­hört.

Da traf man im Foyer auf die Teilnehmer einer griechischen Verlobungsgesellschaft, die ebenfalls im Gebäude feierte. Und dort war ein CD-Player vorhanden. So wurde spontan ein Auftritt als Überraschung für das Verlobungspaar vereinbart, so dass für die „Pappmule" die Anreise im Kostüm nicht umsonst war.

Wie der Dankesbrief eindrucksvoll zeigt, hat dieser Auftritt auch bei den griechischen Mitbürgern einen positiven und nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Der rheini­sche Karneval und insbesondere die Tanzkünste der „Pappmule" sind halt internatio­nal!

 

 

Entnommen aus der Festschrift anlässlich des 3 x 11 jährigen Bestehens der "Pappmule" im Jahr 2005.

Ein Jahr später löste sich die Tanzgruppe auf.